Willkommen beim gründungsältesten Lions Club
der Stadt Kassel
Michael Gerst – Präsident des Lionsjahres 2011/12
W a l d. M e n s c h. K u l t u r. – Lebensgrundlagen bewahren
Von Theodor Heuss, dem ersten Bundespräsidenten, stammt eine häufig zitierte Definition: »Holz ist ein einsilbiges Wort, aber dahinter verbirgt sich eine Welt der Märchen und Wunder«. Wir in der Brüder-Grimm-Heimat in Nordhessen wissen darum: Viele Märchen und Sagen – 'Hänsel & Gretel' ist nur der treffendste Beleg unter vielen – spielen im »Dunklen Wald«; der Wald ist mit Mythen, wilden Tieren, Fabelwesen, Burgen und Einsiedeleien verknüpft oder mit Räubergeschichten wie das 'Wirtshaus im Spessart'.
Der Wald ist gerade in Deutschland ein Topos von Dichtung, Literatur, Malerei und Musik aller Epochen. Opern wie Carl Maria v. Webers 'Freischütz', Richard Wagners anrührendes 'Waldweben' im 'Siegfried', sein zartes Orchesterstück 'Siegfried-Idyll' oder gar die Anrufung des 'Heiligen Waldes' und der 'Karfreitagsaue' im 'Parzifal', sie nehmen ihn als den leitenden Mythos – natürlich auf höchstem Niveau – für sich in Anspruch.
Die Bedeutung des Waldes für den Menschen ist mit seinen Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionenen nur unzureichend beschrieben. Der Wald hat sich tief in die Kultur unsereres Landes hineingeschrieben, verwurzelt im wahrsten Sinne des Wortes. Die Worte Wald und Baum sind in vielen Redensarten enthalten: Wer hat nicht schon einmal »vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr gesehen«; oder war ordentlich »auf dem Holzweg« zugange. Und gelegentlich »schallt es aus dem Wald dann so zurück wie in ihn hinein gerufen«. Der Wald ist in zahlreichen Sitten und Gebräuchen (immer noch) gegenwärtig. So auch in den jährlichen Waldwanderungen unseres Clubs; aber auch bei den immer noch unumstößlichen Grenzgängen oder »Wäldchesfesten« hierzulande.
»Wald«, »Forst« und »Holz« finden sich in Ortsbezeichnungen, sind in Familiennamen überliefert. Wald, Bäume und Holz inspirieren Künstler, Architekten und Handwerker zu Kulturleistungen und sind damit eine Grundlage von Leben und Wohlstand der Menschen
Mein oben angeführtes Motto für das Lionsjahr 2011/2012 soll uns darin begleiten. Gemeinsam wollen wir es vertiefen und dabei auch seine internationalen Aspekte nicht außer Acht lassen. Der Wald ist unser höchstes Naturgut! Und damit auch Kulturgut – als die beste Lebensgrundlage für den Menschen!